Montag, 24. November 2014
Spieltheoretische Betrachtung
Folgende Betrachtung geht über die spieltheoretische Wahrscheinlichkeitsrechnung hinaus, der Titel war nur so verlockend.

Denken wir uns zwei Gruppen, die als Gegensatzpaar aufgefasst werden, bezeichnen wir sie in einem wertungsfreien Gegensatz, Oben und Unten, Hinten und Vorn, Gerade und Ungerade oder Plus und Minus. Links und Rechts sind wertend besetzt. Sagen wir: Demonstranten und Gegendemonstranten.
Wer im Recht ist, darum geht es nicht.

Die Demonstranten haben strenge Auflagen einzuhalten, sie werden scharf kontrolliert, die Polizei ahndet jeden Verstoß gegen Auflagen, sie lässt manche gar nicht erst zur Demonstration, mancher hat arbeitsrechtliche Konsequenzen zu tragen (Entlassung), die Presse schreibt emotional gegen sie und formuliert so, als wäre die Gewalt der Gegendemonstranten ihnen zuzurechnen, „bei Zusammenstößen bei der Demonstration wurden“.
Denn die Gegendemonstranten werden nicht kontrolliert, tragen Waffen, werfen Feuerwerkskörper und Steine, greifen Demonstranten und Polizisten mit Geschossen an und werden von Polizei und Presse geschont.

Wer wird am Ende gewinnen?

Die Demonstranten.
Sie gehen ein persönliches Risiko ein, verfolgen trotz Schikanen ihr Anliegen. Die Gewalt ist nicht der Zweck, deshalb sind sie, was auch geschieht, überlegen.
Die Gegendemonstranten befinden sich im Schutz der Masse und der staatlichen Gewalt, sie sind feige.
Jeder Gewaltakt zeigt ihre Unterlegenheit.
Sie zeigen, das sie verloren haben.

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Sonntag, 23. November 2014
Normalitäter
Parteichef Riexinger sagt im Deutschlandfunk, Ramelow als Ministerpräsident sei ein Stück von oder ein Zeichen für Normalität, so was in der Art, jedenfalls Normalität.

Man unterscheidet im Parteiensprech zwischen klarem Signal und Normalität. Das nun ist Normalität.
Niemand will Ramelow die Normalität absprechen. Aber normal, das heißt gewöhnlich, üblich, eingeführt, damit beschreibt man doch einen Zustand, der so aussieht, dass in mindestens zwei Bundesländern ein ramelowartiger Ministerpräsident regiert, womöglich mit der SPD-Nachfolgepartei und Grünen.
Ist das so?
Nach aktuellem Kenntnisstand nicht.

Was also meint Riexinger mit normal?
Dass der tatsächliche Zustand endlich dem angepasst wird, den die Partei als den normalen ansieht.

Ja, jede Partei will regieren und in der Bibel stehen auch schlimme Sachen. Aber die einen Parteien neigen durch die Regierung zur Selbstzersetzung, andere finden dadurch erst richtig zu sich.

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Samstag, 22. November 2014
Wahrheit, bequem
Es kommt eben darauf an, wie man etwas sagt, nicht auf den Inhalt. Sagen darf man alles, man braucht nicht so zu tun, als gäbe es Tabus und Tugendterror.

Gestern auf HR1: Vorlesen nützt nichts für die Intelligenz. Ob Eltern ihren Kindern abends eine Geschichte vorlesen oder nicht, hat keine Auswirkung auf die weitere Entwicklung der Intelligenz. Das zeigte eine Studie in den USA, man hat Erziehungsweisen verglichen in Hinsicht auf späteren IQ, und es stellte sich heraus: null Korrelation. Um andere Einflüsse auszuschließen, wurden nur adoptierte Kinder untersucht. Intelligenzunterschiede hängen nicht von Erziehung ab, sondern von Erbanlagen.
Sagt das Radio, öffentlich-rechtlicher-staatlicher linker Rundfunk.
Kein Aufschrei.

Man muss eben das Positive herausstellen. Sarrazin hätte nur formulieren müssen: Gebt euch keine Mühe! Das wäre angekommen.

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Freitag, 21. November 2014
Horizonte der Toleranz
Was, wenn alle Hitlervergleiche ausgereizt sind, alle Mahnungen an Toleranz ausgesprochen und jede Handlung als Kriegstreiberei entlarvt ist? Und man trotzdem ein Buch verkaufen will?

Dann muss man den Vergleich zu beiden Weltkriegen auf einmal ziehen

Focus-Experte Butterball schreibt zum Jahrestag der Hartz-Gesetze: „Fragt man nach den immateriellen Schäden, seelischen Verwundungen und Veränderungen im Alltagsbewusstsein, die besonders Hartz IV unter den Betroffenen hervorgerufen bzw. hinterlassen hat, braucht das Gesetzespaket womöglich selbst einen Vergleich mit beiden Weltkriegen nicht zu scheuen.“

Kann aber auch sein, er beschritt gedanklich den umgekehrten Weg; Begrenzung der Zuwanderung gleich Deportation und Holocaust, daraus folgt Hartz IV gleich Summe aller Weltkriege.

Dies nur für die, die noch aus emotionalen Gründen Intelligenz und logische Methodik vermuten möchten.

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Donnerstag, 20. November 2014
Heute nichts
Heute gibt es kein Thema.
„Als neuer Präsident des Euro-Mediterran-Arabischen Ländervereins bricht Christian Wulff eine Lanze für den Islam. Er verurteilt dessen Missbrauch durch Terroristen und ruft dazu auf, "Brücken zu bauen"“, so welt.de. Das geht so: „Ich finde, wir müssen gerade in dieser Situation an der Seite der Muslime stehen, die sich mit uns gemeinsam, ob nicht gläubig, ob andersgläubig, ob Christen, ob Juden, einsetzen gegen Terror und Gewalt in diesen Ländern.“

Er tut, wofür er bezahlt wird.

Wir werden nicht dafür bezahlt, wir dürfen uns so einen Quatsch nicht bieten lassen.
Ja, er ist so blöd, dass er selber denkt, es gut zu meinen. Nicht die Moslems vor den Kopf stoßen mit Islamkritik, die sie den Islamisten zutreiben würde, so sieht es bei dem aus.
Das ist so was von Neunziger.

Man muss wohl leider ausschließen, dass er absichtlich so was Blödes sagt wie „wir müssen an der Seite derjenigen stehen, die sich mit uns gemeinsam einsetzen”, um mit seiner Peinlichkeit den Euro-Mediterran-Arabischen Länderverein bloßzustellen.

Immerhin hat er dazugelernt und sagt keine durch einfachen Widerspruch widerlegbare Sätze mehr. „Der Islam gehört zu Deutschland“ kann man schlicht mit „Nein, das tut er nicht“ widerlegen.
Dagegen kann man auf „wir müssen an der Seite derjenigen stehen, die sich mit uns gemeinsam einsetzen“ nicht logisch erwidern: „Nein, wir müssen nicht auf der Seite derjenigen stehen, die sich mit uns gemeinsam einsetzen.“

Themenunwürdig.
Deshalb heute nichts.

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Mittwoch, 19. November 2014
Denksportaufgabe (I)
Türkenführer Erdogan hat herausgefunden, dass die Muslime Amerika entdeckt haben, und wer das nicht glaubt, ist islamophob -- jetzt geht es nicht darum, wie sehr Claudia Roth glaubt, dass die Muslime Amerika entdeckt haben.
Zwei Fragen, über die es sich nachzudenken lohnt:
1. Wieso hat DAS jetzt was mit Islam zu tun?
2. Als Kolumbus ankam, waren da jedenfalls keine Moslems. Hatten die Indianer besser gekämpft?

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