Donnerstag, 18. Dezember 2014
Wo liegt der Westen?
Dass der Westen schuld ist, der Konsens lässt sich schnell herstellen. Auch wer sonst befleißigt ist, rhetorisch "genau hinzuschauen" und zu "differenzieren", bis nichts mehr bleibt, dem ist klar, das es erstens den Westen gibt, er sogar immer noch derselbe ist wie bei den Kreuzzügen, und zweitens er eines besonders kann: demütigen.

Ist der Westen also auch ein Gespinst wie gemäßigter Islam und Mehrfachkultur?

Eine Gemeinsamkeit aller Antiwestler ist die Befangenheit in einer ideologischen virtuellen Welt. Der Konsens in der Clique ist ihnen wichtiger als eine unverstellte Sicht, gar eine Unabhängigkeit gegenüber eigenen Prämissen.

Der Westen ist dann alles, was dazu im Widerspruch steht, es ist tatsächlich sehr demütigend. Nämlich die Wirklichkeit.

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Mittwoch, 17. Dezember 2014
Selbstauskunft
Ist es wirklich immer so, dass die öffentlichen Aussagen immer direkt anwendbar sind auf die, die sie äußern?
Es steht zu befürchten, dass es wirklich immer so einfach ist. Dieses Modell liefert zumindest die beste Erklärung.

NRW-Innenminister Jäger hat verlautbart, die Demonstranten sind nicht alle rechtsradikal, aber die Anführer sind es.
Solche Aussagen sind nicht zu ignorieren, denn sie sagen, allesamt, etwas über denjenigen aus, der sie tätigt. Dass Leute einen Anführer haben, brauchen und wollen, darauf muss man erst einmal kommen. Für die Herrschenden aber eine Selbstverständlichkeit. Ihr Feindbild ist der selbstständig denkende Bürger, der aus seiner Beurteilung der Situation zu einer Meinung gelangt. Sie sehen die Menschen als Masse, auf deren Kosten sie leben, und können nicht zulassen, dass die Einzelnen etwas wollen. Deshalb können sie die Demonstrationen nur so verstehen, dass die Leute ausgenutzt werden, so wie die Herrschenden es selbst unternehmen.

Dass es Ängste sein sollen, die die Bürger antreiben, so was vermutet, wer seiner Sache selbst nicht sicher ist.

Die Presse berichtet von dumpfer latenter Aggressivität bei den Demonstranten. Bei anderen wäre man über die Friedlichkeit der Demonstration begeistert.
Wie aber fühlt ein Journalist eine dumpfe latente Aggressivität, von der er berichtet?
Es muss sich um die eigene handeln.

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Dienstag, 16. Dezember 2014
Demonstrierte Ambition
Denken wir uns eine Gruppe von Vampirgegnern, die Demonstrationen gegen Vampirisierung des Landes veranstaltet. Wie würden die Medien reagieren?
Vielleicht mit einigen bunten Meldungen über die Verrückten, vielleicht mit einer Doku-Soap. Man kann sich noch einiges mehr vorstellen, gänzlich unwahrscheinlich wäre es aber, dass die Auffassung vertreten würde, mit Vampiren sind eigentlich die Einwanderer aus Transsilvanien gemeint, gegen die dumpfe Ängste und latente Aggressionen und Hass geschürt würden -- auf diese Idee kämen nur solche, die sich von den Transsilvaniern eine Etablierung des Vampirismus versprechen.

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Montag, 15. Dezember 2014
Morgenmagazindämmerung
Im ARD-Morgenmagazin Themenmorgen Islam, unfreiwillig. Ein AfD-Vordermann wird vernommen, er darf ausreden. Letzte Frage der Moderatorin an ihn: Wollen Sie Teil des Problems oder Teil der Lösung sein?
So sind die gemäßigten Neoachtundsechziger, die fragen noch. Früher wurde das festgelegt, aber die Journalisten arbeiten neutral.
Bei Cem Özdemir beispielsweise hätte die Moderatorin eine solche Frage nicht gewagt.
Aber da ist es ja auch klar.

Dann kommt die Geiselnahme in Australien dran, eine schwarze Flagge mit Allah hat den Größten oder so wird gegen die Fensterscheibe gehalten. Deswegen kann man über die Hintergründe nur spekulieren.
Ein Terrorismusexperte aus Hamburg wird zugeschaltet, er sagt, es handelt sich, ausgehend von der unprofessionellen Vorgehensweise, um einen geistig Verwirrten mit entsprechendem religiösen Hintergrund.
Was professioneller Terrorismus ist, darüber sind wir ja bereits informiert.
Hier hätte die Moderatorin nachhaken können: Welcher religiöse Hintergrund entspricht geistiger Verwirrung?

Dann die Montagsdemos, wo Leute mit schwarzrotgoldenen Fahnen und Laternen umherziehen und mangelnde Medienkompetenz unter Beweis stellen. Immerhin, so der Moderator, dürfen sie für das, was sie meinen, demonstrieren. Die Realität sieht nur ganz anders aus, als die denken, weil das Grundgesetz nur politisches Asyl gewähre, allerdings dauern die Verfahren lang, überhaupt habe Dresden einen Ausländeranteil von 2,5 Prozent und nur 0,1 Prozent Muslime.

Für Islamisierung reichen aber ein paar Grüne und Jusos.

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Sonntag, 14. Dezember 2014
Verfolgte Schuld
Thüringens Ministerpräsident Ramelow äußerte sich erstaunt über den Verfolgungseifer der Dresdener Staatsanwaltschaft, die die Aufhebung seiner Immunität beantragt hat, um gegen ihn ein Ermittlungsverfahren einzuleiten wegen Behinderung einer Demonstration. Einer rechten natürlich, aber auch das soll in Sachsen strafbar sein.

Er könnte ja aufrecht ins Gefängnis gehen. Er könnte sagen, ich kann nicht anders, das sind Nazis, und denen trete ich entgegen, sei es, dass ich dafür bestraft werde.
Aber nein, die Staatsanwaltschaft soll sich nicht so haben.

Rechts- und Unrechtsstaat auseinanderzuhalten ist nicht die Stärke, die man ihm abverlangen kann.

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Samstag, 13. Dezember 2014
Normerhöhung
Es wird langsam Zeit, dass die Ostdeutschen von 1989 sich bei den heutigen Bundesdeutschen für die Wende entschuldigen. Die historische Dimension konnte keiner ahnen. Die Demonstranten wollten die Wiedervereinigung, um in Freiheit und Demokratie zu leben – niemand hätte damit gerechnet, die Deutsche Demokratische Bundesrepublik zu schaffen.

25 Jahre später blicken Journalisten mit und ohne Anstellung verächtlich auf die Demonstranten, die allesamt niedriger als sie stehen, Politiker pflegen öffentlich einen ungenierten Jargon, den die SED-Bonzen nur vertraulich wagten.

„Harte Worte von Thomas Oppermann im FOCUS: Er verurteilt die Initiatoren der Pegida-Bewegung aufs Schärfste. Sie würden die Ablehnung ausgerechnet auf die Opfer übertragen, die vor dem Islamischen Staat fliehen und auf Unterstützung hoffen. Dabei könnte Deutschland gerade von diesen Flüchtlingen profitieren“, focus.de. „Die Drahtzieher sind für mich üble Nationalisten.“

Der Themenwechsel auf die Opfer des IS ist dabei noch der geschickteste Trick. Man bleibt bei der Frage hängen, wieso es zur Willkommenskultur gehören soll, dass sie sich hier wie zu Hause im Kalifat vorkommen sollen.

Auf die Idee, dass die Demonstranten gegen die Islamisierung sind, die Leute wie er vollziehen, kann er nicht kommen, das lässt sein politisches Verständnis nicht zu.

Immerhin ist man bereit, darüber nachzudenken, die Herrschaft für die Untertanen angenehmer zu gestalten. Wie Ulbricht nach dem 17. Juni.

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