Montag, 20. Oktober 2014
Grünlich-Dümmliche Union
Generalsekretär Peter Tauber will die CDU "bunter, jünger und weiblicher" machen (spiegel.de).
Warum ist das so beklemmend? Es hat ja wohl niemand etwas gegen Farbe, Jugend und Weib? Sorgen wir uns um Angela Merkel und Ursula von der Leyen, die verjüngt, gefärbt und feminisiert werden sollen?
Fühlen wir alte graue Männer uns unzureichend eingehegt?

Das Bedrückende ist das Nachquatschen. CDU im Grünen Reich, die einen Duldungsstatus beantragt.
Das Angebot an eine gefühlte Zielgruppe, sich im Politiksurrogat repräsentiert zu wähnen.
Wenn nicht mal mehr die Gedanken die eigenen sind, ist die Komplettenteignung vollzogen. Und wir haben nicht einmal einen Kim Jong-un, den wir dafür verehren und lieben dürften.

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Sonntag, 19. Oktober 2014
Reklame
Heute Werbung:
Auszug aus

FANTOMA UND DER VAMPIRBUDDHA

Routinemäßig klickte Kommissar Schüff vom Hauptdezernat Aufklärung und Prävention durch die Internetseiten der Presse auf der Suche nach Hinweisen auf Verdächtiges, während er an seiner Elektrozigarette zog. Sein Computer war viel schneller geworden, nachdem er kürzlich mit einem gebrauchten Windows XP nachgerüstet wurde. „Anne Will“ vom Vorabend fanden die Rezensenten in weitgehender Übereinstimmung recht mittelmäßig, man kritisierte, dass zum Grünen-Thema nicht wenigstens jemand aus dem gegnerischen Lager, also der Linkspartei, eingeladen war, faz.de bemängelte, dass man die Möglichkeit nicht genutzt hatte, Marina Weisband einzuladen. Nach einem Update fand auch welt.de, man hätte Marina Weisband dabeihaben müssen. Spiegel.de äußerte noch, dass die Sendung ohne größere Zwischenfälle verlief, ein derartiger Satz ist für Kommissar Schüff normalerweise ein eindeutiges Signal, der Sache nicht weiter auf den Grund zu gehen.
„Haben Sie das gestern gesehen, Herr Kommissar?“, fragte sein Assistent, Profiler Holmsen. „Bei Anne Will?“
„Nein“, sagte der Kommissar“, „es war ja angekündigt, dass Marina Weisband nicht dabei ist.“
„Es hat einen, wie soll ich sagen, Vorfall gegeben, Herr Kommissar. Eine einmalige Sache gewiss, so was kommt nie wieder vor. Aber wenn doch, könnte es in unsere Zuständigkeit fallen. Ich habe deshalb eine Akte angelegt. Damit wir nicht unvorbereitet sind. Falls doch Ermittlungen nötig werden.“
„Gut. Sehr gut. Noch besser natürlich, es kommt nicht dazu.“
„Das denke ich auch, die Sache ist von selbst erledigt.“
„Und heute schaue ich Maybrit Illner, Thema Online-Überwachung, Marina Weisband diskutiert mit.“
„Marina Weisband wird ganz sicher nicht von Fantoma gespielt“, sagte Holmsen mit einem Lächeln.
„Was? Was?“ Kommissar Schüff ließ die Elektrozigarette aus dem Mund fallen.
Holmsen drehte sich zu ihm um und blickte in sein aschfahles Gesicht.
Seine Lippen bewegten sich kaum, als er aussprach: „Fantoma!“


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Samstag, 18. Oktober 2014
Bequeme Welt im Spiegel
Spiegelkolumnist Georg Diez freut sich auf das bevorstehende Ende der Menschheit, welches da kommt, und das sei auch gut so, so gut, wie Wowereit schwul ist vermutlich, warum interessiert uns das?
Weil wir den Mangel an Selbstachtung, der darin zum Ausdruck kommt, nicht übernehmen dürfen,
Es sprechen einige Anzeichen für die Gefährdung der Zivilisation, wie wir sie kennen, eine davon gehört zu Deutschland und hat nichts mit dem Islam zu tun, und Aufgabe der Medien ist zu verharmlosen, überzuleiten in den emotional leichteren Zustand. Wie macht man den IS bequem? Indem man das Ende der Zeit gekommen sieht, selbstverständlich durch Westen und Kapitalismus, und in der Übergangszeit kann man sich im kapitalistischen westlichen System noch eine tierisch dufte Zeit machen.

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Freitag, 17. Oktober 2014
Opfer gegen Opfer
Die heutige Arbeit haben schon die Kommentatoren zum Artikel
http://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/prozess-um-toten-fluechtling-in-gerhart-hauptmann-schule-wie-wird-ein-opfer-zum-taeter/10850038.html
geleistet.
„Wie wird ein Opfer zum Täter? Ein Streit vor der Dusche. Am Ende ist ein Flüchtling tot. Seit Donnerstag steht der Angeklagte aus der besetzten Hauptmann-Schule vor Gericht. Wie wird ein gambischer Bauernsohn zum Messerstecher?“
Viele Fragen. Vor allem: Opfer wovon? Vom gambischen Bauernvater?
Das ist eine äußerst herablassende Haltung, diese Pauschalveropferung, nur weil es jemand bis in die Gerhart-Hauptmann-Schule geschafft hat.
Dusche. Am Ende ist einer tot. Duschen kann so gefährlich sein, das wissen wir ja.

„Der Gambier Nfamara J. hat den Marokkaner Anwar R. im einzigen Duschraum der Schule mit neun Messerstichen getötet. Das gab er gestern durch seinen Anwalt zu.
Der Rest – war es Totschlag, Notwehr, ein minder schwerer Fall? – bleibt zu klären.“
Mord kann es schon gar nicht sein, der Paragraph ist gerade wegen Überarbeitung geschlossen, und ein Flüchtling als Mörder, wo kommen wir denn da hin.
„Doch wie wird einer vom Opfer zum Täter? Vom gambischen Bauernsohn, analphabetischen Familienvater, vom Flüchtling im Holzboot, vom Tomatenpflücker in Spanien zum Messerstecher in Berlin? Wie muss der Wind stehen?“
War es wirklich der Wind oder vielleicht der Bossa Nova?
„Nfamara J., 41 Jahre, so schmächtig, dass die Hose rutscht, zieht die Schultern zum Kinn. Saal B129, Große Strafkammer. Er gräbt die Lippe in seinen dunkelblauen Rollkragenpullover, klemmt die Arme zwischen seine Oberschenkel, kehrt die Turnschuhspitzen zueinander. Versinkt zwischen Verteidiger und Dolmetscher. Unsichtbarer geht nicht.
Manchmal wischt er sich Tränen aus dem Gesicht. Auch er scheint sich zu fragen: Wie bin ich nur hierhergekommen?“
Die Frage ist eher, wohin der Tagesspiegel gekommen ist.

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Donnerstag, 16. Oktober 2014
Böse Geister
SPD-Dauerchef Sigmar Gabriel muss laut Tagesspiegel „seine Rollen als SPD-Chef und Minister in Einklang bringen – und nimmt Kritik übel. Vor allem mit seinem neuen wirtschaftsfreundlichen Kurs eckt er bei den Genossen an.“
Was wie eine journalistische Begleitung des Geschehens aussieht, ist eigentlich ein Beleg für das Nichtgeschehen, eine Nichtpolitik und eine Nichtmeldung. Vielleicht gibt es Sigmar Gabriel wirklich, aber das Übrige ist Matrix. Oder chinesisch ausgedrückt: das sind böse Geister. Es geht dabei um nichts.
Es ging mal um was, nämlich SPD-Chef und Minister zu werden. Gabriel gründet seine Karriere auf verlorenen Wahlen. Mit Steinbrück hat die SPD die Realität abgewählt, Sigmar Gabriel und Andrea Nahles traten in die Lücke mit der Ideologie vom bösen Markt und der schlimmen Wirtschaft. Mit Sozialdemokratenpopulismus. Dass die Einbeziehung wirtschaftlicher Parameter als wirtschaftsfreundlicher Kurs angesehen und übelgenommen wird, sollte ihn nicht verwundern.
Verwunderlich ist eher, wie es die Ideologie geschafft hat, den Leuten einzureden, Markt und Wirtschaft wären etwas, wozu sie nicht gehörten.
Das müsste nicht unser Problem sein, wenn nicht die Anscheinspolitik den Platz der Politik besetzt hätte, die stattdessen stattfinden sollte.

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Mittwoch, 15. Oktober 2014
Krankheit als Symptom
Manchmal sagt die Kultur was aus. In Romanen, die sich an junge Menschen richten, geht der Trend zur Krankheit. Krebs ist ganz groß, auch seltene Krankheiten treiben die Story voran.
Was will uns der Autor damit verkaufen?
Wer weiß es?
Das Leben, ja, richtig, was noch?
Genau, Individualität, sehr gut. Uns selbst.
Krankheit und Tod sind höchst persönlich und individuell. Es sollte daher beunruhigen, dass dafür ein solcher Bedarf besteht. Die Vermassung und Entindividualisieung, der Mangel an Persönlichkeit, sie sind demzufolge gerade unter dem vorgespiegelten Individualismus und Neoegoismus weiter gediehen und haben Konformität erzwungen, die gelegentlich nach literarischem Gegenpol verlangt.

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