Montag, 19. Februar 2018
Im krassen Kampf
Hätte sich in der Sowjetunion oder der DDR eine Initiative gegründet, die sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen eingesetzt hätte, was wäre im Arbeiterparadies geschehen? Sie wäre vernichtet worden. Weil es der Partei der Arbeiterklasse um die Partei ging und nicht um die Arbeiterklasse.

Wenn die organisierten Gutmenschen meinen, kritisieren zu müssen, dass eine Gruppe, Partei oder Strömung, der sie keine feministischen Anliegen zuschreiben, gegen Gewalt gegen Frauen demonstriert, dann wäre die schlüssige Reaktion: Na endlich merken sie es, hoffentlich bleiben sie bei dem Thema, wenn die Gewalt von jemand anderem ausgeht. Oder so. Was nicht geht: denen steht das Demonstrationsrecht nicht zu, Feminismus gibt es nur antirassistisch, also von uns bestimmt. Damit gibt man zu erkennen, dass man das Anliegen nie anders als machtpolitisch benutzt hat, es nie um das anliegen ging.
Erstaunlich, und man sollte nicht aufhören, es zu bemerken: wie offen sie sich zu erkennen geben.

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Sonntag, 18. Februar 2018
Das mit der Kirche
Es liegt wohl an der verschwundenen Bedeutung der Kirche, dass sich kaum jemand wundert, wenn es heißt, die Kirche wäre zeitgeistgemäß linksweltlich geworden, kein bisschen spirituell-religiös. Daran stört sich kaum noch jemand, man vermisst das Religiöse nicht. Hier wurde schon mehrfach dargelegt, dass die Entchristianisierung für den Anhänger der Aufklärung kein Grund zur Freude ist; die Aufklärung ist ohne Christentum nicht vorstellbar. Aber der Punkt, um den es hier geht, ist: falsch, die Kirche ist nicht zeitgeistig. Sie ist imperial, machtpolitisch unterwegs wie zu übelsten Zeiten. Die Abkehr vom Himmlischen ist nur ein Nebeneffekt. Die Geschäfte laufen bestens, man hat erkannt, wie die Verlinksung den Gewinn optimiert. Wenn Geld und Macht der Zeitgeist sind, dann ist das zeitgeistgemäß, aber Wölki, Strohm und Käßmann sind Priester der Unterwerfung. Die Kirche ist dabei, die letzte Tarnung aufzugeben.

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Samstag, 17. Februar 2018
Free Yücelly
Es ist sehr gesittet zu sagen, ein Journalist soll nicht wegen journalistischer Arbeit eingelocht sein, auch wenn er sich über uns und unser Land abfällig geäußert hat. Aber es ist nur normal zu sagen, na was Besseres als Deutschland hat er ja nun gefunden, oder hat er umgedacht, wenn wer nach der Haftentlassung sofort in das sich abschaffende Land fliegt. Hier sei ein Aspekt angeführt, mit dem wir wie üblich uns die Schuld geben. Was er da in der TAZ geschrieben hat, ist so dermaßen TAZ, dass es ihm gar nicht mehr zuzurechnen ist, das wollen die TAZ-Leser lesen, und das will das Establishment haben. Er muss ja auch von was leben, er liefert nach Bestellung. Kann man ihm das vorwerfen? Na ja gut, kann man, aber mehr noch uns, die wir uns das bieten lassen und die wir ein solches Establishment dulden.

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Freitag, 16. Februar 2018
Kommt darauf an, wie man zählt
DIE WeLT hat, dass gegen Christen weniger religiös-politische Straftaten begangen werden als gegen Juden und Muslime. „Demnach wurden 2017 im Rahmen des kriminalpolizeilichen Meldedienstes 1495 politisch motivierte Straftaten mit antisemitischem Hintergrund erfasst, 1069 mit islamfeindlichem Hintergrund und 127 mit christenfeindlichem Hintergrund. Insgesamt stehen damit 2564 Straftaten gegen Juden und Muslime 127 Straftaten gegen Christen gegenüber.“
Zuerst einmal, stehen die wirklich gegenüber?
Dann, bei muslimischem Terror heißt es immer, die meisten Opfer seien auch Muslime. Dann wäre schon ein Wort dazu fällig, ob eventuell manche Straftaten gegen Muslime vielleicht auch von den anderen Muslimen begangen wurden, das wäre interessant.
Und noch ein interessantes Detail, die Größe der Opfergruppe. Es gibt viel weniger Juden als Moslems, bei dem Ding zwischen diesen beiden Gruppen muss die eine aber sehr energisch vorgehen in dieser Unterzahl.
Und die Frage der Erhebung wird gleich ganz ausgespart – wie genau will man es eigentlich wissen, wenn ein alter oder neuer Jude kein Unrechtsbewusstsein hat bei Gewalt gegen christlich Ungläubige? Das kommt ja nur bei den neuen Juden vor, diese Zahlen könnten Vorurteile schüren.
Also, die Statistik sinkt weiter, auch im Ansehen.

Nachtrag: Wir sind auch gesunken, wir stören uns erst im Nachtrag daran, dass Straftaten gegen Personen als Straftaten gegen die Religion behandelt werden.

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Donnerstag, 15. Februar 2018
Peinlichkeit der SPD
Klaus von Dohnanyi hat im Radio die Kür von Schulz vor einem Jahr als historischen Fehler bezeichnet und gesagt, Schulz kenne die Partei nicht und habe keinen politischen Instinkt.
Keinen.
Er sagte keinen.
Was hat der dann all die Jahre in der EU gemacht? Wenn er nicht einmal die Partei kennt, kennt er auch Europa nicht.
Aber dann hat die SPD auch keinen politischen Instinkt. Das wird jetzt nicht überraschen. Eine Partei, die auf Familiennachzug setzt, gibt auch Schulz 100 Prozent.
Wer ist eigentlich peinlicher?

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Mittwoch, 14. Februar 2018
Merkel müsste weg
Fast möchte man der CDU ein nahlessiges Bätschi zurufen, weil der Punkt erreicht ist, an dem die Partei von Merkel überhaupt nicht mehr profitiert oder, besser gesagt, dies so offenkundig ist. Man kann aus parteiinterner Logik so jemanden haben, wenn erstens Wahlen gewonnen werden und zweitens die Koalitionsverhandlungen gut laufen, mit letzterem hatte Sigmar Gabriel sich über die letzte Wahlperiode gerettet. Aber dann war klar, dass ersteres nicht funktioniert. Eigentlich hätte Schulz auch die Wahlen verlieren und die Koalitionsverhandlungen gewinnen können, wenn er sich selbst nicht so sehr im europäischen Maßstab verorten würde.
Jetzt merkt es also die CDU. Kritik kommt nun, zuerst, von emeritierten Unionisten, heute Volker Rühe, der sagt, es wurde ganz mies verhandelt. Für Häme ist aber kein Platz; so regiert sie eben auch. So hat sie verhandelt mit den bekannten Effekten. All das hat die CDU mitgemacht, bis gemerkt wurde, dass damit die Karriereaussichten schwinden. Und sogar jetzt immer noch. Nicht nur Merkel muss weg, mit ihr der Merkel-Hof. Müsste.

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