Samstag, 10. Dezember 2016
Defizitäre tendenziöse negative Fratze
Online-Focus begeht einen Lapsus. Da steht im Aufmacher eines Textes:

"Mazyek will mehr muslimische Vertreter in Rundfunkräten
„Oft defizitär und tendenziös“: Zentralrat geißelt Berichterstattung über Muslime
Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime (ZMD), Aiman Mazyek, wirft deutschen Medien vor, „oft defizitär und tendenziös“ über den Islam und Muslime zu berichten. Muslime kämen fast nur „in ihrer negativen Fratze“ in der Berichterstattung vor, behauptet er. Mazyek hat auch eine Idee, wie man das ändern könnte. »“

Muss so eine Meldung über die negative Fratze wirklich sein? Wer hatte eigentlich die Idee, dann zum Aufmacher das Bild von Aiman Mazyek zu setzen?

Dass er mehr Vertreter in die Rundfunkräte schieben will, ist verständlich, da gibt es mehr Verantwortung als bei Presse und Onlinemedien, schon klar.

Wir sind jedenfalls stolz, dass niemand auf den Gedanken kommt zu fragen: Moment, haben die Rundfunkräte Einfluss auf die Berichterstattung?

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Freitag, 9. Dezember 2016
Verräterischer Titel
Die FAZ-Woche titelt „Zurück zur Nation“, in Anlehnung an „Zurück zur Natur“, mit den schlimmen Petry, Trump, LePen und Wilders.

Die schreiben, wie sie es verstehen.

Die nationalen Bewegungen waren die Demokratiebewegungen. Die Gründungen der Nationalstaaten bedeuteten die Abkehr vom Feudalsystem und ermöglichten die rechtsstaatlich verfassten Gesellschaften. Wie es der Nationalsozialismus schaffte, sich als national und völkisch auszugeben, ist hinlänglich erforscht, geglaubt wird es nur noch von antidemokratischen Pseudoeliten.
Denn in der Demokratie haben die Herrschenden ein grundsätzliches Problem mit dem Souverän. Einen König kann man stürzen oder ruhigstellen, beim Volk ist das nicht so einfach. Methoden sind die Segmentierung, das heißt, man unterteilt das Volk in Interessengruppen, die sich jeweils gegen den einzelnen freien Bürger positionieren lassen, oder man schafft Volk und Nation gleich ganz ab. Was dann bleibt, ist nicht etwa die globale Gemeinschaft der gleichberechtigten Menschen, sondern eine Willkürherrschaft.
Der Nationalstaat ist längst nicht Garant, aber Voraussetzung für demokratische Verfasstheit. Wenn sich die Frage nach einem Zurück stellt, dann mit guten Gründen.

Die FAZ-Woche räumt damit, indirekt, ein, dass seit Langem Politik gegen das Volk gemacht wird.
Sie hätte auch titeln können „Weg von Nation und Rechtsstaat“, mit Merkel, Roth, Gabriel und Hofreiter.

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Donnerstag, 8. Dezember 2016
Was Positives
Wir vermelden gern, wenn in der DLF-Presseschau die gängige Presse mit diesem zitiert wird:

„'Dieser Appell mag gut gemeint sein', gibt die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG zu bedenken: 'Er hilft jedoch bestenfalls den Verfassern, den Anschein moralischer Unschuld zu wahren, nicht aber den eingekesselten Zivilisten in der Rebellenhochburg in Ost-Aleppo. Würde US-Präsident Obama die eingeschlossenen Familien ernsthaft retten wollen, dann müsste er jetzt die Rebellen in Aleppo, die keine demokratischen Freiheitskämpfer sind, sondern überwiegend Extremisten, zur Kapitulation auffordern. Doch Obama mimt den Moralisten. Die Bösen, das sind Putin und der Diktator. Seine Mitverantwortung will der Friedensnobelpreisträger nicht sehen', glaubt die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG.“

Die als Rebellen titulierten Extremisten sollten kapitulieren, aber Obama mimt den Moralisten. Die Neue Osnabrücker Zeitung kann dies immerhin glauben und zu bedenken geben.
Die Welt bemerkt, der Tagesspiegel analysiert, die Süddeutsche Zeitung unterstreicht, die Lausitzer Rundschau erklärt, die Lübecker Nachrichten erinnern, in den Nürnberger Nachrichten heißt es, die Märkische Oderzeitung betont, der Mannheimer Morgen meint und urteilt, die allgemeine Zeitung führt aus, die Fuldaer Zeitung stellt fest, der Reutlinger General-Anzeiger vermutet, der Kölner Stadt-Anzeiger bilanziert, da wird das Ungewöhnliche geglaubt und zu bedenken gegeben, immerhin.
Vor einiger Zeit wäre dies noch nicht möglich gewesen. Genauer gesagt wissen wir nicht, ob es möglich gewesen wäre, es wurde einfach nicht getan.
Trump-Effekt?
Möglich. Ein gutes Zeichen allemal.

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Mittwoch, 7. Dezember 2016
Gegendarstellung zweier Lügen
Die spiegel-Kolumnistin sieht es so: „Die Diskussion verläuft jedes Mal auf dieselbe Art, wenn Flüchtlinge mutmaßlich kriminell geworden sind: Es gibt Berichte darüber, als Polizeimitteilungen, in Medien, im Internet. Rassistisch eingestellte Leute fragen, warum die Sache von den Mainstreammedien nicht viel größer aufgezogen wird (auch wenn sie ihre Informationen aus einem Mainstreammedium haben). Nicht rassistisch eingestellte Leute sagen, doch, es sei schon wichtig, drüber zu reden, aber nicht wichtiger als bei einheimischen Tätern. Rassistisch eingestellte Leute sagen: Seht ihr, ihr relativiert das, so geht Verharmlosung.“

Zwei Lügen.

Erstens: Flüchtling.

Zweitens: Rassistisch eingestellt / nicht rassistisch eingestellt.

Hier die Gegendarstellung. Kriminelle Ausländer als Flüchtlinge zu bezeichnen, ist eine Herabsetzung von politisch Verfolgten, denen Asyl gewährt wird, und von Kriegsflüchtlingen.
Die Festlegung, dass das eine rassistisch wäre und das andere nicht, ist eine Anmaßung illegitimer Herrschaft. Es ist ja nicht so, dass hier lediglich eine Schreiberin ihre Wertung abgibt; die Denunziation als rassistisch hat Folgen. Hier soll Angst gemacht werden, die Meinung zu äußern. Es geht um Macht, um antidemokratisches Begehren.

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Dienstag, 6. Dezember 2016
Begriffsdrehung
Der nächste Zaubertrick, der sich vor unseren Augen vollzieht, ist die Verwandelung des Begriffs autoritär. Die Populismusgefolgschaft wolle autoritär befehligt oder regiert werden, Pegida wünsche sich autoritäre Führung, der Hass gegen die Herrscherschicht sei ein Wunsch nach Autorität.
Das kann auf der Tatsachenebene nicht stimmen, Demonstrationen gegen die Regierung und ein Engagement in einer Partei, mit dem man sich gegen die Autoritäten stellt und deren geballte Wut abkriegt, ein solches Tun müsste schon sehr irregeführt sein, wenn es sich auf dem Bedürfnis nach Autorität gründete.
Aber diese Unterstellung rührt nicht aus einer Interpretation der Wahrnehmung, sondern aus der normierten Sprache und den sich daraus ergebenden Vorstellungen. „Wir sind die offenen, modernen, antiautoritären demokratischen Hellen“, so ist der Standard, dann müssen die anderen eben das Gegenteil sein.
Und weil man sich in der eigenen Autorität und Herrschaftsanmaßung bedroht sieht, projiziert man diesen Machtwillen auf die Gegner.
In der nachfaktischen Phase muss es aber nur oft genug gesagt werden, bis es zum Konsens und damit Fakt geworden ist.
Achten wir darauf, wenn es wieder heißt, die Dunkelmänner begehren Rückfall ins Autoritäre, und überprüfen, ob der, der das sagt, um seine Autorität bangt.

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Montag, 5. Dezember 2016
Urteilspauschale
Der Oberbürgermeister erkannte sogleich das Problem: Man solle nun die Herkunft des Täters nicht für Pauschalurteile heranziehen.
Weil sonst was? Weil sonst jemand auf die Idee kommen könnte, in Afghanistan einzumarschieren?
Oder weil ein Re-Education-Programm für Einströmlinge gestartet werden müsste, Entislamisierung als Willkommenskultur? Einführung in die Frau als Wertobjekt, für den Anfang. Genügend Geld müsste da sein, das könnte bei den Integrationswirtschaftlern eingespart werden.
Es ist nämlich so wie hier schon einmal dargestellt, die Herrschenden kommen sehr schnell damit, man solle nicht ihre Schützlinge unter Generalverdacht stellen, denn damit verweisen sie gerade auf diese und weg von sich. Die Verantwortung liegt bei ihnen.

Der Mörder, der bezüglich seines Alters bei 17 aufgehört hat zu zählen, hat eine staatlich geförderte kriminelle Karriere durchlaufen.
Sie geht weiter, nachdem sie für schätzungsweise vier Jahre unterbrochen wird.

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