Dienstag, 22. August 2017
Toleranz und Terror
Ja so was, islamischer Terror hat doch was mit Islam zu tun, darf inzwischen unaufgeschrien gesagt werden, in bestimmten Bereichen wie etwa der FAZ.
Man erinnert sich vielleicht noch an Zeiten, in denen es erfreulich war, dass etwas endlich gesagt werden durfte, was vorher streng tabuisiert war.
Also eine Wende?
Nein, die Zeiten sind vorbei. Es darf gesagt werden, aber es bleibt folgenlos. Weder Politik noch Medien gehen mit dieser neu gewonnenen Erkenntnis irgendwie um. Dass es gesagt werden darf, vor der Wahl, genügt zur Bestätigung: na bitte, nichts ist verboten.
Und, wenn es eine Steigerungsform von leider gäbe, noch leiderer: Dass es jetzt gesagt werden kann, bedeutet auch nur, dass wir den Zustand erreicht haben, an dem man sich daran zu gewöhnen hat. Das ist wie mit der Toleranz; Toleranz ist Neunziger/frühe Zweitausender, sie hat die jetzige Lage vorbereitet. Nun wird sie nicht mehr gebraucht.
Es ging um nichts anderes, als den Terror zu tolerieren. Jetzt kann man es ja verraten.

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Montag, 21. August 2017
Entfremdeter Überfluss
In früheren Zeiten musste dem Heranwachsenden nicht erklärt werden, dass das, was man hat, erarbeitet werden muss; das Kind musste, sobald es das konnte, auf dem Feld oder in der Werkstatt mitarbeiten, auch die entfremdete Lohnarbeit war im weitesten Sinne leistungsabhängig.
Das ist heute keine Erfahrung mehr. Essen ist einfach da, auch das Smartphone ist gegeben, die Aktivitäten damit richten sich nicht auf Herstellung oder Erhalt.
Es gibt auch rund gar keine Identifikationsfiguren, die mit ihrem Wirken den Wohlstand erzeugen und in deren Position man kraft Können treten möchte, allenfalls auf deren Versorgungsposten.
Man kann annehmen, dass diese Nichterfahrung prägend wirkt.
Die einzige sinnliche Erfahrung, die das Kind haben kann, wo es mit seiner Tätigkeit eine Wirkung erzielt, ist die destruktive. Dazu zählt auch Forderungen aufstellen.
Es liegt außerhalb der Vorstellung, dass die eigene Dekadenz zur Degenerierung der Bedingungen führen könnte, die dafür die Voraussetzungen geschaffen haben.

Dies soll nur eine Erklärung dafür anbieten, wieso die Jugend links ist.

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Sonntag, 20. August 2017
Katrin Göring-Eckardt geguckt
Die kam zu einem Wahlkampfauftritt vor rund einem Dutzend Anhängern, sagte Europa, sagte, niemand verlässt sein Land freiwillig, sagte, wir können nicht alle auf einmal aufnehmen, sondern nacheinander, dann wird verteilt, und weil die selbstredend nicht in das Ungarn von Viktor Orban wollen können, muss die Sache mit Geld ausgeglichen werden.

Der Eindruck: Naivling, in der Wolke schwebend.

Die Analyse: Politische Gaunerin.

Sie kann nicht so tun, als hätte sie von dem, was sie nicht wissen will, noch nie was gehört, sie blendet aktiv aus.
Sie hat die manipulativen Techniken gezielt eingesetzt, man darf ihr die Naivität nicht abnehmen.
Sie stellt sich dumm, dabei ist sie eine politisch mafiöse Verbrecherin.

Manche kaufen es ihr ab, so wie man einem Dealer den Stoff abkauft.
Aber niemand soll sagen, man hätte sich in ihr getäuscht.

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Samstag, 19. August 2017
Nutzlose Unterwürfigkeit
Manche schreiben, Erdogan hätte zum Wahlboykott aufgerufen, das ist falsch. Er hat seine Leute aufgefordert, nicht CDU, SPD oder Grüne zu wählen. Für unsere Journalisten kommt das einem Wahlboykott gleich.

Wenn wir nicht so schräg denken wollen, dass Erdogan so weit um die Ecke denkt, das er damit CDU, SPD und Grünen Zuspruch bei den Kritikern ihrer Türkeiunterwürfigkeit verschaffen möchte, können wir aus der Enttäuschung bei den herrschenden Parteien eine Bestätigung herauslesen: Es nützt nicht das Geringste, sich nachgiebig zu zeigen. Ernstgenommen wird ein Gegner, nicht der nützliche Idiot.

Höchstens auf unserer Seite. Wir nehmen sogar die unnützen Idioten noch ernst.

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Freitag, 18. August 2017
Erklärbedarf
Die Integrationsministerin (SPD) sagte den Zeitungen (SPD), es gäbe oft wichtige Gründe, warum die Asylanten eine Reise in den Verfolgerstaat unternähmen, sie verstehe den entstehenden Eindruck, da müsse die Reise gut begründet werden.

Die Zeitungen könnten die Leser auch gleich als Dunkeldummpack beschimpfen.
Wenn Politiker sagen, sie verstehen etwas, heißt das, sie gedenken nicht, etwas zu unternehmen.

Wem gegenüber sollte was erklärt werden? Den Behörden bei der Ausreise – „ich bin in dringenden Angelegenheiten unterwegs“? Es gibt keine Formulare, die die Behörden dafür hätten, und wenn, wären sie nur noch mehr überlastet.

Wenn es was zu erklären gibt, dann ist es nicht die Reise, sondern der Asylgrund.
Und zwar bei der Wiedereinreise nach Deutschland.

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Donnerstag, 17. August 2017
Nazi im Spiegel
Dass jetzt überall Nazis sind – die Medien sind voll davon, Trump war ohnehin die ganze Zeit einer, überall rechte Nazis – hat einen triftigen Grund. Die Medien sind radikal geworden. Die Mitte der relevanten Gesellschaft ist radikal, also nicht so sehr vielleicht die Leute, die zur Arbeit gehen, aber die, die zum Hof gehören, und mittelbar als Konsumenten eben auch die Zuschauer, Leser, Eskapisten, alle, die nicht als krude Außenseiter dastehen wollen. Die Propaganda braucht das Bild der Nazis, gar nicht mal so sehr als Feindbild, das nutzt sich ab, sondern als Bestätigung für sich, besser zu sein oder doch noch irgendwie gut.
Die Methoden unterscheiden sich kaum mehr von denen der Nazis, also darf man selbst keiner sein, also müssen es die anderen sein.
Bei Gewalt auf beiden Seiten steht man auf der richtigen Seite, wenn Nazis dabei sind. Eigentlich ist es faschistoid, danach zu urteilen, auf wessen Seite man zu stehen glaubt. Darum die Selbstvergewisserung, dass die Nazis noch schlimmer sind.
Dazu muss es sie geben.

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