Samstag, 1. Oktober 2016
Noch ein Beispiel
Darf nicht unaufgezählt bleiben, Wolfgang Therise, heute im deutschen demokratischen Rundfunk zu rechter Gewalt im Osten, er feiert die üblichen Denkstanzen ab, Wendeschock, keine Begegnungen mit Ausländern zu DDR-Zeiten, deshalb Ausländerfeindlichkeit ohne Ausländer, und dann kommen Pegida, AfD und NPD.
Er formuliert natürlich netter als die damaligen DDR-Bonzen, aber was Verachtung gegenüber den Bürgern angeht, braucht er sich hinter denen nicht zu verstecken. Er gehört jetzt selbst zu denen, die ihn damals aus der Akademie geschmissen haben. Dass er selbst eine Demonstrationsursache sein könnte, darauf kommt er nie. Er könnte Pegida und AfD auch deuten als Einstehen für das Grundgesetz durch die Bürger, die eine solche Bevormundung ablehnen, aber lieber kommt er mit der germanistischen Metapher NPD. Da ist er auf der richtigen Seite.

Auch aktuell: SPD-Generalsekretärin Barley kann sich nur wundern, wieso Merkel nicht längst Steinmeier zum Bundespräsidenten gekürt hat. Dann würde, das hat sie nicht gesagt, Gabriel Außenminister und von Amts wegen beliebt und könnte Kanzler werden. Es kommt ihr nicht in den Sinn, dass man gerade dessen überdrüssig sein könnte.

Hier muss die Presse einspringen. Sie hat noch vier Monate Zeit, uns einen modernen Muslim als Bundespräsidenten nahezubringen.

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Freitag, 30. September 2016
Angst vor dem Abstieg
Die Theorien zur AfD werden bunt und vielfältig, erst war es nazi, dann heruntergestuft auf Fremdenhass mit Aufwind durch die Flüchtlinge, irrationale Angst vor vermeintlicher Islamisierung, aktuell ist „Angst der Mitte vor dem Abstieg“ ausgegeben.
Was in den Erklärungsmustern niemals vorkommt, das sind die Erklärer selbst. Ralf Stegner käme niemals auf den Gedanken, dass man ihn nicht mehr sehen will. Sigmar Gabriel verdankt seine Karriere verlorenen Wahlen, er verstünde niemals, dass man ihn vielleicht abwählen will. Auf jeden Fall muss alles emotional irrational sein. Ablehnung der Islamisierung muss Angst oder Hass sein, Islamabscheu kann es nicht geben, der freiheitlich-demokratischen Grundordnung anzuhängen ist konservativ.
Angst vor Abstieg, und zwar des ganzen Landes, kann ja auch begründet sein. Da erklären die Oberen der Mitte noch zu wenig die Notwendigkeit.
Dass Angst vor dem Abstieg zum gestatteten Ausdruck geworden ist, ist nun wieder reine Projektion der Erklärenden. Die AfD empfinden sie mit Recht als Bedrohung für sich und die eigene als beruflich übertrieben bezeichnete Existenz, die politmedialen Kastendenker, die ihr Dasein als Ausbeuterklasse dem Staat und seinen Parteien verdanken.
Verdanken ist schon zu viel gesagt, sie halten ihren Status für das, was ihnen kraft Privilegien zusteht.

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Donnerstag, 29. September 2016
Urlaubsstimmung
Die genuine Liberalislamistin Lamya Kaddor hat sich vom Schuldienst beurlauben lassen aufgrund enthemmter Hassmails, die aus der rechten Mitte der Gesellschaft kommen und auf Henryk M. Broder Bezug nehmen, und weil der Staatsschutz das alles zwar ernstnimmt, aber nicht so ernst, wie sie es gerne hätte und wie es bei islamistischen Drohungen gemacht wird. Es werde, so sagte sie im Deutschlandfunk, Stimmung gegen sie gemacht, was dann auch in den Nachrichten gemeldet wurde, auch unter Nennung des Stimmungsmachers Henryk M. Broder.
Die Nachrichten haben natürlich nicht gelogen, Lamya Kaddor hat das wirklich gesagt.
Aber gibt es denn keinen Recherchepraktikanten, der überprüft, ob es sich wirklich um Stimmungen handelt? Werden vielleicht Aussagen abgelehnt, werden womöglich Gegenpositionen bezogen?
Was soll das überhaupt sein, Stimmung gegen jemanden oder etwas? Man hat eine Stimmung anhand eines Gedankens oder einer Information.
Die Nachrichten wären dann wohl einzuordnen als Mache von Stimmung für Lamya Kaddor.
Und wieso es ein geeignetes Mittel zur Abwehr von Hassmails sein soll, sich vom Schuldienst befreien zu lassen, wenn die Mails nicht gerade aus der Schule kommen, verstehen wohl auch nur Lehrer oder Angestellte im öffentlichrechtlichen Rundfunk

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Mittwoch, 28. September 2016
Pressewürste
Die Dankesrede von Houellebecq kommt bei den Feuilletonbonzen gar nicht gut an. Das ist nicht verwunderlich, schließlich handelt sie von ihnen.
Man kann sich den Spaß machen, zuerst die Besprechungen zu überfliegen, in Perlentaucher verlinkt, und danach die Rede selbst zu lesen, auch über Perlentaucher zu finden.

Houellebecq ist besser. Das verzeihen sie ihm nicht.
Ebenso unverzeihlich besser und dafür gehasst ist Necla Kelek, die die Laudatio hielt, von ihr wird soweit ersichtlich gar nicht gesprochen.

Wir haben wenigstens eine Necla Kelek, jemanden wie Houellebecq bringen wir nicht hervor.

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Dienstag, 27. September 2016
Barbarenkult
„15 Mal sticht ein junger Syrer auf seine schwangere Schwester ein, weil sie die Familienehre verletzt haben soll. Die 30-Jährige und der Embryo sterben. Der Täter wird wegen Totschlags verurteilt“, so zu lesen auf N24, und hier soll es jetzt mal wirklich nicht darum gehen, dass es ein Syrer oder was auch immer war. Zwölf Jahre wegen Totschlags, Mord gibt es nur noch mit Aussicht, nicht mehr im Strafprozess. Die Familienehre besteht in Anstiftung zum Mord, die Familie scheint aber nichts damit zu tun zu haben.
Es griffe in der Tat zu kurz, wollte man sagen, ja wieder diese Flüchtlinge. Es ist unsere Justiz. Und auch unsere Presse, die sonst nicht müde wird, ihren Standpunkt zu vertreten, die in solchen Fällen nüchtern distanziert schreibt, was ist.
Legte man einem neutralen Betrachter diese Bericht vor, müsste er schlussfolgern, dass es sich um eine barbarische Gesellschaft handelt, die rechtlos lebt und einer Kultur der Gewalttätigkeit anhängt, nicht etwa eine, die sich bunte Vielfalt und friedliche Toleranz zugutehält.
Dann aber müsste der neutrale Betrachter feststellen: doch, gerade. Eine barbarische Kultur ist nicht daran zu erkennen, dass sie Barbarei propagiert, sondern daran, dass sie Verantwortungslosigkeit kultiviert.

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Montag, 26. September 2016
Diplomatz
Steinmeier, der sich so viel auf Diplomatie und Besonnenheit einbildet, hat mit anderen dem Westen zugerechneten Außenministern Russland Barbarei in Syrien vorgeworfen und angekündigt, man werde bald keine Geduld mehr mit Russland haben.
Entweder ist die Botschaft, dass man jetzt eben Geduld hat, oder Steini ist noch blöder als gedacht. Diplomatisch ist das jedenfalls nicht, er kann nur darauf hoffen, von Putin belächelt zu werden.
Wenn er nicht einmal mit Russland reden kann, wie will er sich den großen Konflikten widmen, könnte man fragen, wenn man ihn ernstnähme.
Angenommen, Steinmeiner hat in der Sache recht, was fraglich ist angesichts der Islamisten, die der Westen unterstützt, hätte er ja hier mal im Umgang mit Russland diplomatisches Geschick unter Beweis stellen können. Oder was soll dann sein, wenn die Geduld am Ende ist? Dass die Beteiligten an den Verhandlungstisch auf Augenhöhe kommen?
Außenpolitik hätte bedeutet, die gegenüberliegende Seite zu verstehen, was nicht heißt, deren Sicht zu übernehmen. Da hätten sich Fragen gestellt. Warum machen die das, was nützt das? Sind die zivilen Ziele gar nicht so zivil? Kann ja sein. Ist nur ein unzulässiger Gedanke für Moralinge, die als die Guten definiert sind.
Leider wahr ist, dass in einer Situation wie einem solchen Krieg kaum etwas Richtiges als Handlungsoption zur Auswahl steht und man sich nur zwischen Falschem entscheiden kann.
Steinmier schafft es, dann noch etwas Falsches zu finden, was mehreres des Falschen verbindet.
Der muss dringend Bundespräsident werden und aus der Außenpolitik herausgezogen werden.

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